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Nach der Arbeit kam das Schreiben

 

Siegfried Noack spürte schon in seiner Jugend die Liebe zur Literatur und den Wunsch zum Schreiben. Bis er sich seinen Ideen jedoch ganz widmen konnte, dauerte es ein paar Jahre, wie er im Interview erzählt.

 

Wie sind Sie Schriftsteller geworden?

Schon in meiner Jugend unmittelbar nach Ende des Krieges begleitete mich ein kleines Notizbuch. Darin hielt ich nicht nur Tagebuch-Einträge fest, sondern auch philosophische Betrachtungen. Nach einem Fernstudium am Literaturinstitut in Leipzig und einem weiteren der Kulturwissenschaften entwickelte sich in mir das Bestreben, mich literarisch zu äußern. Da hatte ich bereits ein paar Beiträge für Zeitungen verfasst. So schrieb ich Anfang der 60er Jahre erste Gedichte wie auch Erzählungen. Allerdings stiegen mit meiner fachlichen Qualifikation auch die beruflichen Anforderungen. Da blieb keine Zeit für umfassendere literarische Arbeiten. Den Entwurf einer Romanvorlage schleppte ich Jahre lang mit mir herum („Von einem der ausflog, das Fürchten zu lernen“). Jedoch gelang es mir Ende der 60er Jahren, ein Volksstück mit dem Titel "Schwarzer Freitag - 13 Szenen vom Bau" abzuschließen und im Henschel-Verlag Berlin/Bühnenvertrieb unterzubringen. Sicher fühlte ich mich in all den Arbeitsjahren wiederholt zum Schreiben berufen, aber erst mit dem Eintritt in den Altersruhestand konnte ich mich all den Ideen widmen, die sich in den Jahren zuvor angesammelt hatten.

 

Welchen Themen widmen Sie sich in ihren Büchern?

Ich habe immer über Bereiche in meinem Leben geschrieben, in denen ich mich auskannte. Eigenes Erleben habe ich gerne mit Bekanntem, Gehörten verbunden. Vorrangig spielte dabei das wechselhafte Leben in den Dörfern eine Rolle. Konkret: Kriegsende - Vertreibung - Bodenreform / Sodann der sogenannte Sozialistische Frühling bis zur Auflösung der DDR. Späterhin bekamen altersmäßige Erkenntnisse mehr Gestaltungsraum, wie zum Beispiel „Rentner Ludwig Geschichten“.

 

Wie würden Sie ihren Schreibstilbeschreiben?

Ich denke, meine bisherigen Arbeiten und Geschichten bestätigen mir einen kritisch-realistischen Schreibstil.

 

Welches Buch sollte unbedingt noch geschrieben werden?

Da denke ich zum Beispiel an ein Manuskript von mir mit „Tiergeschichten im Wald, auf der Heide und auf dem Rummelplatz“, das ich gerne noch zum Teil in die niederdeutsche Sprache übertragen möchte. Und dann liegen mit meinem Buch von 2004, „Mein Platz im Flieger nach Hessen blieb leer“, zwar 50 Stories aus meinem Leben vor, aber das ließe sich noch zeitnaher beschreiben.

 

Welcher Schriftsteller hat Sie mit seinem Werk am meisten beeindruckt?

In besonderer Erinnerung, und das über viele Jahre, ist mir ein Buch des kirgisischen Autors Tschingis Aitmatow mit dem Titel „Abschied von Gülsary“.

 

An welchem Ort schreiben Sie am leichtesten?

Das ist in jedem Falle die eigene Wohnung, und darin vom Flur abgehend eine kleine, nur wenige Quadratmeter umfassende Schreibecke. Der PC hat langsam das Feld räumen müssen, der neue Laptop kommt da besser zurecht.

 

Ihr Lieblingsbuch?

Ich denke, dass ich das bei meinen eigenen auswählen kann. Es ist das wunderschön von Maria Werk illustrierte, von mir in Reimen und Versen in Hochdeutsch wie auch Niederdeutsch geschriebene Kinderbuch: „Moppel-Has’ und Mümmel-Jette - Hasenverse im Wald und auf der Heide“, erschienen im Kurierverlag 2015.

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