Kriminalakten des Nordkurier dokumentieren spektakuläre Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

Beziehungstaten, Diebstähle, Gaunereien oder Kapitalverbrechen - seit 2015 dokumentieren die Kriminalakten vom Nordkurier-Buchverlag mecklenbook all jene Kriminalfälle, die in Mecklenburg-Vorpommern für Aufsehen sorgten. Sechs Bände sind bereits erschienen.

Die Kriminalakte Neubrandenburg eröffnete 2015 den atemberaubenden Krimi-Reigen der mecklenbook-Buchreihe. „Unvorstellbar, dass eine Stadt wie Neubrandenburg ein so bewegtes Kriminalitätsgechehen aufzuweisen hat“, schrieben die Autoren Andreas Segeth und Paulina Jasmer. Denn eigentlich käme die ehemalige Bezirks- und heutige Kreisstadt Neubrandenburg recht beschaulich daher, mit ihren rund 60000 Einwohnnern, den vier Toren als Wahrzeichen der Stadt und natürlich dem Tollensesee als beliebtes Naherholungsziel, so die Einschätzung der beiden Neubrandenburger Lokalreporter vom Nordkurier

Doch in den zurückliegenden Jahren hätte sich die Zahl der Kapitalverbrechen „stark nach oben korrigiert“. Ein Mord am Stadtwall, der Neubrandenburg erschütterte. Die zerstückelte Frauenleiche, deren Körperteile erst nach und nach gefunde worden - Fälle wie diese hielten eine ganze Region in Atem und füllten monatelang die Zeitungsseiten. Nicht zu vergessen: ein Serienmörder, der sein Unwesen im Kulturpark begann. Zudem berichtet die Kriminalakte über allerhand weitere spannende Fälle, mit denen sich die Gerichte in den vergangenen Jahren beschäftigten mussten. Der große Brand am Oberbach oder die Flucht eines Schwerverbrechers - um nur zwei weitere zu nennen. 

Der furchtbare und einsame Tod eines Zwanzigjährigen

Ebenfalls im Jahre 2015 erschien bei mecklenbook die „Kriminalakte Müritz. Zwischen Straftat und Haftbefehl“ aus der Feder von Nordkurier Gerichtsreporter Thomas Beigang. Fast ein Vierteljahrhundert liegt beispielsweise ein Verbrechen zurück, an das sich viele Menschen in der Mecklenburgischen Seenplatte noch heute erinnern können. 1997 wurde ein 20-jähriger Sohn eines Gastwirtes aus dem Hause seiner Eltern bei Potsdam entführt und nach Mecklenburg-Vorpommern verschleppt. Es folgten Wochen des Bangens, die Täter versuchten, Lösegeld zu erpressen.Die Kriminalakte Müritz hat Thomas Beigang geschrieben.

Thomas Beigang vom Nordkurier präsentiert seine erste Kriminalakte - spektakuläre Fälle aus der Müritz-Region. Foto: mecklenbook.de

Don Juan und Omas Dildos - kuriose Fälle aus der Müritz-Region

Doch die Wahrheit war weit schlimmer: Ermittlungen zufolge war der junge Mann in einem Erdloch in der Nähe der Stadt Röbel (Müritz) qualvoll erstickt. Immerhin - die Täter konnten gefasst werden. Neben derartig traumatisierenden Fällen erzählt Beigang aber vordergründig von Kleinkriminellen, die von der Hauptstraße des Lebens abgekommen sind und von Alltagsgeschichten, die mitunter auch zum Schmunzeln sind. „Wodka und Liebe zerreißen die Nerven“, „Don Juan mag Konditorin nicht das Leben versüßen“ oder „Ein neuer Carpot und Dildos für die Oma“ sind ein paar dieser Geschichten.

Auch aus Vorpommern sind zahlreiche Kriminalfälle in einem mecklenbook-Band der Buchreihe „Kriminalakte“ erschienen. Die Vorpommern-Reporter Thomas Krause und Simone Weirauch sind journalistisch „dem Verbrechen auf der Spur“. Es geht unter anderem um Mord, spektakuläre Gerichtsprozesse und einen Bankräuber, der sich als der Dümmste seiner Art entpuppte. Wie war das etwa, als ein ehemaliger Frauenarzt beschuldigt wurde, seine Patientinnen gefilmt zu haben?

Die schlimmen Machenschaften eines Frauenarztes aus Vorpommern

Was ist dran an dem Gerücht, das seinerzeit in Torgelow und Umgebung einschlug wie eine Bombe und für viel Aufregung in der Bevölkerung sorgte. Der Fall liegt schon Jahre zurück, und manch einer denkt noch mit Entsetzen an jenen umstrittenen Doktor, der dann sogar noch gegen seine Exfrau ein Mordkomplott geschmiedet haben soll. Die „Kriminalakte Vorpommern“ erinnert aber nicht nur an jenen spektakulären Gerichtsprozess.

Bei der Lesung erzählte Nordkurier-Reporter Jörg Foetzke auch von den Hintergründen seiner Recherchen. Foto: Lutz Reuter

Bei der Lesung aus der "Kriminalakte Vorpommern" erzählte Nordkurier-Reporter Jörg Foetzke auch von den Hintergründen seiner Recherchen. Foto: Lutz Reuter

Auch ein Mord, der sich ganz in der Nähe von Anklam zugetragen hatte, wird darin noch mal aufgerollt. Ebenso ist von einem Bankräuber die Rede, der sich im Nachhinein als einer der dümmsten seiner Art entpuppte und damit in die Kriminalgeschichte der Region eingehen sollte. An dem Buch haben weitere Redakteure der Nordkurier Mediengruppe wie Marlis Tautz und Jörg Foetzke mitgewirkt und die Geschichten zusammengetragen.

Als ein zehnjähriges Mädchen nach dem Spielen wie vom Erdboden verschwand 

Band vier der Kriminalakte von mecklenbook beschäftigt sich mit tragischen Fällen von als vermisst geltenden Personen, die für Angehörige besonders schwer zu verarbeiten sind. Manchmal verschwinden Menschen, und es verliert sich jede Spur. Bei manchen Verbrechen gehen Jahre ins Land, ehe aus einem Vermissten- ein Mordfall wird. Dies ist eine lange Zeit der Ungewissheit für die Angehörigen.

So auch für die Mutter von Susann Jahrsetz. Am 12. August 1994 war das zehnjährige Mädchen nach dem Spielen in einem Neubaugebiet in Malchin wie vom Erdboden verschwunden. Vier Jahre gingen ins Land, ehe ihre Leiche gefunden wurde – in einem Abwasserschacht in der Nähe der B 194. Die Erinnerung der Mutter mehr als 20 Jahre nach dem Mord verrät einiges über das Gefühlsleben der Angehörigen von Mordopfern: „Susann hat ihren ewigen Frieden gefunden, aber ich werde erst zur Ruhe kommen, wenn wir ihren Mörder gefasst haben. Und das wird geschehen!“ 

Selbst Aktenzeichen XY ... ungelöst konnte hier nicht helfen

Auch im Fall von Gerda Wiese geht die Polizei mittlerweile von einem Gewaltverbrechen aus. Die Rentnerin hatte am 5. Dezember 2015 ihre Wohnung in Priborn (Mecklenburgische Seenplatte) zu einem Spaziergang verlassen und blieb seitdem für immer verschwunden. Selbst die Dar- stellung des Falls in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ brachte zwar einige Hinweise aber keinen Durchbruch. Nordkurier Reporter Thomas Beigang hat die Fälle zu Papier gebracht. Sein Fazit: „Die Kriminalakte Vermisst ist kein Buch wie jedes andere. Es widmet sich einem höchst sensiblen Thema“, das auch vom Autoren „viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen“ verlange. 

Mit unfassbaren Taten in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt sich der 5. Teil der im Nordkurier Buchverlag mecklenbook erschienenen Bestseller-Reihe, die „Kriminalakte Tatort Nachbarschaft: Schwere Straftaten aus Deutschlands Norden“. Das Buch erinnert an Verbrechen, die dort, wo sie geschehen sind, niemand für möglich gehalten hätte. Oft ist es schwer, ja unmöglich, auf die Fragen nach dem Wieso und Weshalb eine Antwort zu finden. Wie kann eine Mutter ihre kleine Tochter über Jahre unbemerkt quälen und ihr ätzende Flüssigkeiten einflößen? Wie ist der blutüberströmte Pferdehändler, der in seinem Lastwagen gefunden wurde, ums Leben gekommen?

Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe gibt ein exklusives Interview

Die Autoren des Buches, Thomas Beigang, Rainer Marten und weitere Journalisten des Nordkurier, haben sich spektakulärer Verbrechen noch einmal angenommen, haben in Archiven geschaut, Fakten recherchiert und neu zusammengefasst. „Es gibt Handlungen, die traut man seinem ärgsten Feind nicht zu“, schreiben die Autoren im Vorwort. Vielfach stehen die Täter fest, einige Fälle aber bleiben bis heute ungeklärt. Es sind nicht nur ausgewählte, spannende Fälle aus der Region, sondern auch besonders spektakuläre Ereignisse, die das meist so geruhsame Dorf- oder Stadtleben tief erschüttert haben.

Im Buch "Kriminalakte Tatort Nachbarschaft" ist ein exklusives Interview mit dem Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke zu lesen.

Im Buch "Kriminalakte Tatort Nachbarschaft" ist ein exklusives Interview mit dem Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke zu lesen. Foto: www.benecke.com

Denn Verbrechen ereignen sich auch dort, wo man es am wenigsten erwartet: auf dem Lande, beim so sympathisch wirkenden Nachbarn, inmitten der gut situierten Dorfgemeinschaft und sogar im Kinderzimmer. Besonderes Highlight dieses Buches: Ein Interview mit dem Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke, der jeden Samstag auf Radio eins bei der Potsdamer Sendung "Die Profis" schlagfertig und unterhaltsam zu hören ist.

Nordkurier-Gerichtsreporter Beigang hat auch Band 6 der Kriminalakte geschrieben

Ende 2020 erschien nun schon Band sechs der Erfolgsreihe Kriminalakte, auch diesmal aus der Feder von Nordkurier Urgestein Thomas Beigang. Für die Kriminalakte Menschen am Abgrund hat der Neubrandenburger Redakteur seine interessantesten Gerichtsreportagen aus den Archiven der Nordkurier Mediengruppe geholt und noch einmal überarbeitet. Das Ergebnis kann sich lesen lassen: Auf höchst unterhaltsame Weise erzählt Beigang von zerstrittenen Nachbarn, von „viel zu vielen Hieben und Schlägen“, von verwirrten Beziehungen oder von Dauerkiffern und selten Nüchternen.

Nordkurier-Reporter Thomas Beigang, Paulina Jasmer und Andreas Segeth (v.l.n.r.) bei einer Lesung der Kriminalakte.

Nordkurier-Reporter Thomas Beigang, Paulina Jasmer und Andreas Segeth (v.l.n.r.) bei einer Lesung der Kriminalakte.

„Nach vielen Hundert Gerichtsverhandlungen“, so Thomas Beigang, „hat sich bei mir eine wichtige Erkenntnis tief eingebrannt.“ Fast jeder könne irgendwann im Leben einmal hinter den Schranken eines deutschen Amtsgerichtes landen. Und so hat der Medien-Routinier gleich noch praktische Tipps für potenzielle Kleinganoven zur Hand: „Es ist gar nicht so schwer, vor dem Kadi ein paar Pluspunkte zu sammeln. Wenn Sie einmal Mist gebaut haben, seien Sie freundlich und einsichtig“, schreibt Beigang. Zu Gunsten des Angeklagten ausgelegt würde oft schon eine Entschuldigung oder der Versuch einer Wiedergutmachung. „Die Damen und Herren in der Richterrobe glauben meist noch an das Gute im Menschen.“ Aber das müssten sie dann auch finden können. Sirko Salka

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