Menschen am Abgrund: Die neue Kriminalakte ist da

So berühmt wie ein Ferdinand von Schirach ist Kriminalakte-Autor Thomas Beigang noch nicht. Jener deutsche Strafverteidiger, Schriftsteller und Dramatiker, dessen literarische Verfilmungen mit „Terror“ oder „Gott“ ein Millionenpublikum vor die Bildschirme holen, dessen Texte so schnörkellos lakonisch und gerade deswegen mit unfassbarer Wucht jene Männer und Frauen als Menschen zeigen, die aus dem gesellschaftlichen Gleichtakt geraten sind.
 
Nordkurier-Journalist Thomas Beigang ist Autor der Kriminalakte
 
Doch auch jenseits der Berichte mit geschultem juristischem Blick werden jene Zeitgenossen beobachtet, die auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Tiefe und ernste, mitunter auch heitere Einblicke in diese Welt gibt es in der ganzen Republik in großen und kleinen Gerichtssälen. Auch der Journalist Thomas Beigang hatte diese. Und schrieb sie auf. Erst aktuell für die Tageszeitung Nordkurier.
 
 
 
Dann wurden aus seinen Gerichtsberichten an Amtsgerichten wie in Neubrandenburg und Waren an der Müritz, Bücher – inzwischen eine ganze Buchreihe: „Kriminalakte Menschen am Abgrund“ ist bereits der sechste Band der Serie, die seit 2015 beim Buchverlag „mecklenbook“ der Nordkurier Mediengruppe erschienen ist. Banales das zum Bösen wird, ist mitunter gar nicht so weit weg. In fünf Kapiteln beschäftigt sich der Autor mit zerstrittenen Nachbarn, verwirrten Beziehungen und vielem mehr.
 
Erschreckende Einblicke hinter eine trügerische Fassade auf dem Land
 
„Was Habgier, Suff oder in Jahren gewachsener Hass mit Menschen und ihren Beziehungen machen können, ist trauriger Alltag in den Gerichten Mecklenburg-Vorpommerns. Und es zeigt zum Teil erschreckende Einblicke hinter die trügerische Fassade des so friedlich wirkenden flachen Landes, weit weg von den kriminellen Bedrohungen in der Großstadt. Doch auch hier werden Menschen zu Tätern – und völlig Unschuldige zu Opfern von Gier oder roher Gewalt“, beschreibt Beigang.
 
In den Geschichten "blitzen Messer und fliegen Wort-Fetzen"
 
In den Geschichten wird von haltlos zerstrittenen Nachbarn berichtet, die der Zoff vor Gericht bringt, von zerrütteten Beziehungen in Familien oder von „Männern, die schon 20 Mal und mehr vor dem Kadi saßen – und wohl nichts dazu lernen wollten oder konnten“. Da gibt es den Enkel, der seine Oma tyrannisiert, ihr Geld abpresst, sie schlägt, dass es einen fassungslos macht. Es geht um Eifersucht, die immer dann am stärksten ist, wenn die Schnapsflasche leer ist. Da blitzen Messer, und fliegen (Wort-)Fetzen. Es wird gekifft und geklaut ... Nicht alles geht gut aus – auch nicht vor Gericht. Mancher muss einsitzen, mancher bekommt noch eine letzte Chance. Thomas Beigang hat diese und andere Prozesse erlebt. Sein Fazit: „Fast jeder kann hier irgendwann im Leben landen. Klingt bitter – aber auch menschlich."
 
 
 
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