Wie der Pirat Charlie Schielauge zu seinem Goldzahn kam

Die Illustrationen für ein Kinderbuch zu zeichnen, davon hat Juliane Mathwig schon immer geträumt. Dann hat sie Charlie Schielauge kennengelernt. Wie es weiterging, erfährst Du hier.

Wenn Geschichten für Kinder entstehen, kommt es nicht nur auf die Worte an, sondern natürlich auch auf die Bilder. Das neueste Buch von mecklenbook heißt „Charlie Schielauge und das Geheimnis der Totenkopfinsel“. Es handelt von einem Piraten auf Schatzsuche. Die Geschichte geschrieben hat Katja Bluhm. Die Bilder stammen von Juliane Mathwig. Sie ist 31 Jahre alt, hat drei Kinder und arbeitet als Kunstpädagogin an der Jugendkunstschule in der Stadt Neustrelitz. In Charlie hat sie sich gleich ein bisschen verliebt.

 

Frau Mathwig, wie war das, als Sie Charlies Geschichte zum ersten Mal gelesen haben?

Charlie fand ich sofort super. Ich konnte mir ihn und die anderen Figuren und Szenen gleich bildhaft vorstellen. Dann habe ich die Geschichte noch meinen beiden großen Kindern vorgelesen. Jakob ist neun und Alma fünf. Wir sind ja schon lange Fans der Hexe Wawu von Katja Bluhm und haben alle drei Bücher. Charlie hat uns genauso begeistert. Die Kinder haben sofort angefangen, Bilder von ihm zu malen.


Das heißt, die Kinder haben geholfen?

Die ganze Familie hat geholfen und manche Szenen nachgestellt, damit ich mir das angucken und besser vorstellen konnte. Mein Mann hat zum Beispiel mal so getan, als wenn er einen Säbel hält. So konnte ich sehen, wie die Finger liegen. Mein Sohn hat ein Bild vom Piratenschiff „Seegurke“ gemalt. Darum habe ich es dann später auch so gezeichnet, dass die einzelnen Bretter zu erkennen sind. Das wollte ich anfangs anders machen.


Womit zeichnen Sie denn – mit Papier und Stiften?

Früher habe ich nur mit Papier, Stift und Tusche gezeichnet. Für eine schnelle Skizze ist das auch heute noch okay. Aber um das Buch zu illustrieren, habe ich mit Tablet, Stift und Computerprogrammen gearbeitet.


Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Am liebsten hätte ich jede Szene aus dem Buch gezeichnet. Doch so viel Platz ist ja gar nicht da. Also habe ich meine Kinder gefragt, welche Abenteuer sie unbedingt sehen möchten. Aus diesen Ideen habe ich ein Storyboard gemacht. Das heißt: Ich habe aufgeschrieben und skizziert, zu welcher Szene ich eine bestimmte Illustration vorschlage. Gemeinsam haben Katja Bluhm und ich überlegt, was wie am besten zur Gestaltung des Buches passt. Das hat großartig geklappt. Dann habe ich losgelegt.


Wie viele Szenen sind es denn am Ende geworden?

Elf große Szenen. Dazu noch einige kleinere, eine Landkarte und alle Figuren einzeln.


Welche Figur aus dem Buch ist Ihnen am liebsten?

Da brauche ich gar nicht lange zu überlegen: Charlie Schielauge. Ich habe ihn schon beim Lesen genau vor mir gesehen: groß und schlaksig, mit wilden roten Haaren und Schuhen, aus denen seine Zehen rausgucken. Dazu habe ich ihm noch einen Goldzahn verpasst. Von dem stand da noch gar nichts im Text. Aber ich fand, der musste sein.


Was gefällt Ihnen an Charlie?

Charlie ist einerseits ein starker Piratenkapitän. Andererseits ist er auch ein Tollpatsch und kann wie ein Kind über viele Dinge stauen. Und er traut sich, seinen Träumen hinterherzujagen. Das finde ich gut, denn das sollte jeder Mensch tun. Es hat mir Riesenspaß gemacht, Charlies Eigenschaften in meinen Zeichnungen sichtbar zu machen.


Haben Sie schon als Kind gern gezeichnet?

Schon als ich noch klein war. Einmal ein Kinderbuch zu illustrieren, war schon lange mein Traum. Ich hoffe, dass es nicht das letzte war.

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